Das Motorrad richtig einmotten

von Annette Stolz   
Motorrad einmotten

Die Motorrad-Saison 2003 geht zu Ende, spätestens ab dem 30. November ist auch für die letzten Motorräder mit Saison-Kennzeichen erst einmal »Schicht im Schacht«. Und damit aus dem wohlverdienten Winterschlaf kein kostspieliger Alptraum wird, sollten Sie Ihr Motorrad fachgerecht konservieren.

So kommt Ihr Motorrad gut durch die Winterpause

Inspektionen und Reparaturen durchführen lassen

Wenn Inspektionen fällig sind oder Reparaturen anstehen, dann sollten Sie das möglichst noch vor der Winterpause erledigen. Denn außerhalb der Saison sind Werkstatt-Termine weitaus schneller zu kriegen und oftmals lassen sich dabei auch noch ein paar gute Euros einsparen. Außerdem ist das Motorrad im neuen Jahr umso schneller wieder fit.

Das Motorrad gründlich reinigen

Damit der Schmutz aus vorangegangenen Ausfahrten keine bleibenden Schäden hinterlässt, sollten Sie das Motorrad zunächst gründlich reinigen. Mit Hochdruckreinigern rücken Sie dabei zwar auch hartnäckigen Schmutzstellen zu Leibe, allerdings sollten Sie Lager, elektrische Verbindungen und Zündung auslassen. Denn der harte Wasserstrahlund auch das Eindringen von Wasser kann bei diesen Teilen zu Schäden führen.

Nach der Reinigung folgt die Pflege: Für die Konservierung der Lackteile nutzen Sie keine Politur, sondern ausschließlich Wachs. Auch Chrom- und Aluteile konservieren Sie am Besten mit Wachs. Gummiteile dagegen versiegeln Sie mit einem Siliconspray, damit sie über die Wintertage nicht porös werden. Und damit die Kette nicht anrostet, gönnen Sie ihr nach der Reinigung noch eine gehörige Portion Kettenfett.

Den Reifenluftdruck erhöhen

Der Luftdruck der Reifen schwindet nicht nur beim Fahren, sondern auch während längerer Standzeiten. Und damit die Reifen auch über die Winterpause hinweg gut in Form bleiben, sollten Sie den Reifenluftdruck um 0,3 bis 0,5 bar mehr, als im Handbuch angegeben ist, erhöhen.

Korrosionsschutz für den Tank

Schäden an der Beschichtung des Tankinneren können Sie vermeiden, wenn Sie Tanks aus rostenden Materialien voll auftanken und Tanks mit nichtrostenden Materialien vollständig leeren. Und damit sich keine schädlichen Rückstände in den Schwimmerkammern bilden, sollten die Schwimmerkammern vor dem Einmotten gänzlich geleert werden (z.B. Benzinhahn zudrehen und Motor laufen lassen, bis er von selbst ausgeht).

Ölwechsel und Kühlmittel

Bevor Sie das Motorrad einmotten, sollten Sie noch einen Öl-Wechsel vornehmen. Denn altes Öl kann erhebliche Rückstände bilden, die zu ersten Startproblemen in der neuen Saison führen können. Und bei wassergekühlten Motoren sollten Sie unbedingt den Kühlmittelstand prüfen und gegebenenfalls auffüllen. Bei dieser Gelegenheit geben Sie dem Kühlmittel gleich ein entsprechendes Frostschutzmittel hinzu, womit Sie nicht nur dem Einfrieren des Wassers vorbeugen, sondern auch einer möglichen Korrosion.

Das Motorrad abstellen und aufbocken

Das Motorrad sollte nach Möglichkeit an einem warmen und trockenen Platz überwintert werden, beispielsweise in einer gut belüfteten Garage. Im Notfall lässt sich das Motorrad auch draußen überwintern, allerdings sollte das gute Stück dann mit Hilfe einer atmungsaktiven Abdeckplane vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Ist das Schlafplätzchen gefunden, heißt es nun, das Motorrad entsprechend abzustellen und vorerst ein letztes Mal aufzubocken. Das Motorrad sollte keinesfalls auf dem Seitenständer geparkt werden, da dies zu Lasten der Reifen geht. Heben Sie das Motorrad auf den Hauptständer oder noch besser: verwenden Sie spezielle Ständer, mit denen die Reifen gänzlich entlastet werden und sich deshalb nicht verformen

Die Batterie ausbauen

Zu guter Letzt bauen Sie die Batterie aus und lagern sie an einem warmen und zugleich trockenem Platz. Dabei prüfen Sie auch gleich den Säurestand der Batterie und füllen die Kammern gegebenenfalls mit destilliertem Wasser auf.

Und damit das gute Stück auch im Frühjahr wieder seine Dienste tut, sollten Sie die Batterie während der Winterzeit an ein entsprechendes Ladegerät hängen. Dadurch wird die Batterie abwechselnd geladen und entladen und bleibt damit auch nach längeren Standzeiten fit.



 
  Über die Autorin

 
  Annette Stolz  

Annette Stolz

wohnt in Maintal bei Hanau.
Hauptberuflich IT-Consultant.
Seit 1999 regelmäßig und freiberuflich als Autorin für IT-Fachthemen tätig (bisher 7 eigene Fachbücher; schreibt u.a. für PC Praxis, Chip und PC Welt)

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