Corolla ist out - Toyota Verso ist in
Die Corolla-Limousine ist vom Auris ersetzt worden, übrig blieb nur noch der Corolla Verso, doch jetzt ist der Name Corolla bei Toyota nicht mehr existent. Toyota macht das Beste aus knapp 4,50 Meter Länge. Viel Platz, kraftvolle Diesel, und sieben zweckmäßige Sitzplätze mit einem schnell wandelbaren Raumkonzept.

Toyotas Kompaktvan hat in der dritten Generation, die ab dem 25. April 2009 bei den Händlern steht, seinen Vornamen verloren und heißt jetzt nur noch Verso. Der wachsende SUV-Trend hat die Minivans zuletzt etwas in Vergessenheit geraten lassen. Der neue Toyota Verso braucht sich jedoch nicht gegenüber der Konkurrenz von VW Touran und Opel Zafira zu verstecken. Der Japaner ist genau das Richtige für die, die Variabilität, Fahrspaß und Sparsamkeit für sich und die Familie suchen.
“Dynamic Lounge“ nennt Toyota das Raumkonzept für den neuen Verso. Also die Vielseitigkeit und Variabilität eines Vans, gepaart mit dem Komfort dem Design und der Dynamik einer feinen Limousine. Der Neue basiert auf der Plattform des aktuellen Toyota Avensis, worin der Verlust des Vornamens Corolla begründet sein dürfte, und möchte auch oberhalb der Kompaktklasse neue Kunden überzeugen. Gebaut wird er im gleichen türkischen Werk wie sein Vorgänger, den er in der Länge mit 4,44 Metern um sieben Zentimeter übertrifft.

Äußerst gelungen ist das optimierte Sitzkonzept des Siebensitzers. Es gestattet 32 verschiedene Einstell-Variationen und zeichnet sich durch eine ebenso praktische wie kinderleichte Handhabung aus. Die drei Einzelsitze der zweiten Reihe lassen sich um 195 Millimeter längs verschieben und mit einem leichten Handgriff vollständig zusammenklappen, wobei sich die Sitzfläche automatisch nach unten absenkt. Mit den beiden im Boden verstauten Sitzen der dritten Reihe ergibt sich ein völlig ebener Ladeboden. Die Lehnen aller Sitze sind einzeln einstellbar. Die Sitze selbst wurden durch dickere Polsterung und vergrößerte Flächen komfortabler gestaltet als beim Vorgänger. Das Platzangebot im Fond überzeugt bis auf die letzte Reihe auch Erwachsene. Ganz hinten wird es naturgemäß eng; wenn die Passagiere in Reihe zwei ihre Sitze nach vorne rücken, ist es für die Kinder jedoch erträglich. Der Verso ist für den Transport einer mehrköpfigen Familie gut gerüstet, als hilfreiche Helferlein dienen zahlreiche praktische Ablagen, mehrere Flaschenhalter, ein zweigeteiltes Handschuhfach mit klimatisiertem Abteil, ein Schubfach unter dem Beifahrersitz, Staufächer unter dem Fuß- und Ladeboden. Je nach Sitzkonfiguration steht ein Gepäckraumvolumen zwischen 178 und 1.740 Liter zur Verfügung.
Ungewöhnlich sind die mittig auf dem Armaturenbrett angeordneten, zum Fahrer hin geneigten Instrumente sowie die mit kurzen Flächen und geringer Profilierung versehenen Vordersitze. Zu den praktischen Details gehören eine Rückfahrkamera, deren Bild entweder auf dem Schirm des optionalen Navigationsgeräts oder alternativ im Rückspiegel angezeigt wird. Ein separater ausklappbarer Innenspiegel in der Dachkonsole erlaubt es, die Kinderschar auf den Rücksitzen im Auge zu behalten.

Als Motorisierung stehen zwei Benziner mit einer Valvematic Motorensteuerung mit bis zu 20 % mehr Motorleistung bei bis zu 12 % niedrigeren Verbrauchs- und CO2-Werten, und drei Turbodiesel, die alle die Abgasnorm Euro 5 erfüllen, mit einem Hubraum zwischen 1,6 und 2,2 Liter sowie einer Leistungsbandbreite von 126 bis 177 PS zur Auswahl. Der stärkste Benziner mit 1,8 Liter (147 PS) eilt kultiviert dahin, wirkt aber im unteren Drehzahlbereich etwas müde und ist für schnellen Anzug auf hohe Drehzahlen angewiesen. Schon der kleinste Diesel (2,0 Liter, 126 PS) wirkt temperamentvoller.
Der neue Verso überzeugt mit gefälligen Fahreigenschaften und ausgewogenem Federungskomfort. Besonders kurvenfreudig ist er baubedingt freilich nicht. Mit einem Einstiegspreis von 21.150,- Euro für den 1.6 Liter Verso kommt der Toyota Verso auf den deutschen Markt. Für die 2.2 Liter D-CAT Verso Executive Version sind dann allerdings schon 31.650 Euro fällig. Fazit: Dank seiner guten Ausstattung bringt er ausgezeichnete Voraussetzungen mit, sich in seiner Klasse behaupten zu können. Toyota erwartet für 2009 einen Absatz von weltweit 12.000 Einheiten.

Über den Autor
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Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
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Stuttgart
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