Woody´s Enkel: Toyota Urban Cruiser

von Peter Hambach

Robustes Design, kompakte Abmessungen und agile Fahrleistungen. Mit dieser Kombination will der neue Toyota Urban Cruiser jenen Kunden ein überzeugendes Angebot machen, die im Kleinwagensegment auf der Suche nach Individualität sind.

Toyota Urban Cruiser

Kleine Wagen sind gefragt, und vermutlich wird sich dies auch nicht so schnell ändern. Allerdings werden sich die Ansprüche der Kleinwagenkunden ändern. Für die Kundschaft, die ein eigenständiges Design, gepaart mit Geräumigkeit, Alltagstauglichkeit und Variabilität im Sport Utility Vehicle (SUV) Klein-Format haben will, hat Toyota seit dem 25.April 2009 etwas Passendes im Schaufenster. Urban Cruiser heißt der neue Große-Kleine. Mit 3,93 Meter Länge ist er noch ein Kleinwagen, jedoch erscheint er eine halbe Nummer größer.

In seiner Form erinnert er an die alten amerikanischen Woody´s der 50er und 60er Jahre, ist aber ein kleiner SUV, die optische Täuschung funktioniert. Ähnlich wie die Kleinwagen Kia Soul und Daihatsu Materia, die durch ihr Schuhkarton-Design auffallen, tritt auch der Urban Cruiser auf. Das Modell mit dem 1,4-Liter-Dieselmotor mit 90 PS, Rußpartikelfilter und einem Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter sowie einem CO2-Ausstoß von 130 Gramm je Kilometer ist eine Superlative, und nach Toyota-Angaben der schadstoffärmste Allradler der Welt.

Ob ein Kleinwagen tatsächlich Allradantrieb braucht? Selbst Toyota zweifelt. In Deutschland werden sich etwa drei Viertel der Käufer nicht für die allradgetriebene Diesel-Version entscheiden, sondern für das Benzin-Modell mit Frontantrieb und einem 1,33-Liter-Vierzylinder Motor. Dieser ist noch einen bisschen umweltverträglicher. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,5 Liter Super auf 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von 129 Gramm, kombiniert mit einer Leistung von 101 PS, ist der Wagen üppig motorisiert. Zudem sorgt eine Start-Stopp-Automatik, die den Motor im Stehen und bei entspannter Kupplung automatisch abstellt, für eine deutliche Kraftstoffeinsparung. Neu ist die Konstruktion dieser Start-Stop-Variante. Der Anlasser ist über eine Verzahnung mit einer Schwungscheibe verbunden, die sich permanent dreht. Das Ergebnis ist ein besonders leises und schnelles Anlassen des Motors, sobald die Kupplung getreten wird. Ein Spaß am Rande: Über ein Display kann man sich den Anteil der Fahrtzeit anzeigen lassen, in dem der Motor aus war.

Wer das Fahrzeug hauptsächlich in der Stadt bewegt und es als Familien- und Einkaufswagen nutzen möchte, ist noch aus einem weiteren Grund mit dem Fronttriebler besser bedient: Der Kofferraum fasst hier mindestens 314 Liter (Allradler: 305 Liter) und die Rücksitze lassen sich nur im 1.33 Dual-VVTi auch in Längsrichtung verstellen, was die Variabilität zwischen hinterer Sitzbank und Gepäckraum erhöht. Maximal fasst der Laderaum, nach Überwindung einer wuchtigen und recht hohen Ladekante, in diesem Modell 749 Liter (Allradler: 673 Liter).

Toyota Urban Cruiser, Innenraum

Anständig ist die Sicherheitsausstattung mit serienmäßig sieben Airbags, darunter ein Knie-Airbag am Fahrerplatz, ESP und ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung. Die günstigste Variante kostet 16.950 Euro, allerdings gibt es in dieser Version keine Klimaanlage (Aufpreis 1.200 Euro) und keinen USB-Anschluss (Aufpreis 230 Euro); und wer eine andere Außenfarbe als Weiß möchte, der muss nochmal 450 Euro zuzahlen. Die billigste Allradversion bietet Toyota ab 22.950 Euro an.

Toyota Urban Cruiser, Heckansicht

Toyotas Reaktion auf die Wirtschaftskrise ist jedenfalls nicht die vieler Automobilhersteller, die erst einmal abwarten wieviele Scherben da noch kommen, und lieber derzeit im stillen Kämmerlein in Richtung Hybrid vor sich hin forschen. Diese Hausaufgaben wurden von Toyota an alle anderen vergeben. Der Urban Cruiser wird zunächst in einer kleineren Vielfalt auf den Markt gebracht als von den Japanern bisher gewohnt. Wird er ein Erfolg, so ist nach Toyota Angaben noch vieles vorstellbar.



 
  Über den Autor

 
  Peter Hambach  

Peter Hambach

Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des

Redaktionsbüro PeHa
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Stuttgart
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