Geländekreuzer: Toyota Land Cruiser

von Peter Hambach

Seit 1951 wird der Toyota Land Cruiser gebaut, fast so lange wie es die Marke selbst gibt. Seinen Weltruf von Langlebigkeit und Zuverlässigkeit erwarb sich der Japaner zunächst in Afrika, Lateinamerika und in den arabischen Ländern. Zugleich ist er der erste von Toyota in Großserie hergestellte Wagen.

Toyota Landcruiser

Die mittlerweile achte Generation wird in Deutschland wie bisher in zwei Versionen angeboten, als kurzer Dreitürer und als langer Fünftürer. Für den Antrieb sorgt der bekannte 173 PS starke 3,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, dagegen ist der stärkere 4,0-Liter-Sechszylinder-Benziner nicht mehr lieferbar. Darüber hinaus gibt es eine schier unüberschaubare Vielfalt an Landcruiser-Modellen für alle erdenklichen Einsatzbereiche. Die Preise des ab sofort erhältlichen Allradlers beginnen bei 36.950 Euro für den Dreitürer, das sind 1.500 Euro mehr als für den deutlich magerer ausgestatteten Vorgänger verlangt wurden. Der Fünftürer startet bei 39.700 Euro.

Übrigens: Der Toyota Land Cruiser ist neben dem Toyota Hilux das erste Kraftfahrzeug, das mit jeweils starken Abänderungen u.a. am Fahrwerk und den Rädern sowie am Motor den Nordpol erreicht hat.

Wirklich alltagstauglich ist allerdings nur der Fünftürer in der höheren Ausstattungslinie „Executive“ (ab 58. 350 Euro) und „TEC“ (ab 65.500 Euro). Details wie die dynamische Fahrwerksregelung mit Wankstabilisierung bei Kurvenfahrten, Rückfahrkamera, optionale Laderaumschienen zur Gepäcksicherung, Festplattennavigation und High-End-Audioanlage oder Optionen wie eine dritte Sitzreihe mit elektrisch umklappbaren Einzelsitzen und Drei-Zonen-Klimaanlage machen den neuen Land Cruiser deutlich alltagstauglicher.

Toyota Landcruiser, Fahrgastraum

Dies gilt auch für das großzügige Raumangebot im Fondbereich und im Gepäckraum. Dieser ist jetzt auch über ein nach oben öffnendes Heckfenster zugänglich. Das ist vorteilhaft auf engen Parkplätzen, wenn sich die nach rechts angeschlagene Hecktüre nicht öffnen lässt. Bei der Fahrt auf der Landstraßen ist der Geländeriese jetzt etwas flinker und bei schnellen Autobahnfahrten trotz robuster Fahrwerksauslegung entspannter, insbesondere in der höchsten Ausstattungsvariante mit aktivem Dämpfersystem und aktiver Niveauregulierung der luftgefederten Hinterachse.

Im Alltagsbetrieb verlangt der große Wendekreis in Kombination mit den wuchtigen Abmessungen des Offroaders zwar viel Geschicklichkeit, dafür zeigen optional vier Kameras im zentralen Monitor jede Bewegung des Offroaders beim Einparken an. Ein besonders nützliche Eigenschaft bei der Bewältigung von Hindernissen im Gelände, wo die Frontkamera über Wölbungen schauen kann. Sachkundige Offroader dürften jedoch über die Vielzahl an elektronischen Helferlein die Nase rümpfen, denn nun kommt jedermann auch ohne großes Feingefühl im Gasfuß durch anspruchsvolles Gelände. So ermöglicht das optionale geländeabhängige Geschwindigkeitsregelsystem „Crawl Control“ durch automatisches Abbremsen und die Steuerung der Motorleistung die Überwindung von Steilpassagen und Gefällen, ohne dass Bremse oder Gas bedient werden müssen, und dies sogar im Rückwärtsgang.

Toyota Landcruiser, Heckansicht

Eine Erweiterung der aktiven Traktionskontrolle ist das optionale sogenannte „Multi-Terrain-Select“. Je nach vorgewähltem Modus für Fels, Geröll, Matsch oder Buckelpisten aktiviert das System automatisch alle notwendigen Fahreinstellungen bis hin zur Mitteldifferenzialsperre. Ausreichend Leistung erbringt der aus dem Vorgänger bekannte Diesel, der sich jetzt mit gut zehn Prozent weniger Kraftstoff begnügt. Souveränität vermittelt der 173 PS starke Selbstzünder allerdings nicht, hier hat die Konkurrenz deutlich mehr zu bieten.

In Deutschland will Toyota 700 Land Cruiser im Jahr 2010 verkaufen. Eine geringe Zahl, sollen doch in ganz Europa 16.000 der Geländekreuzer verkauft werden.



 
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  Peter Hambach  

Peter Hambach

Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des

Redaktionsbüro PeHa
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Stuttgart
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