Geländekreuzer: Toyota Land Cruiser
Seit 1951 wird der Toyota Land Cruiser gebaut, fast so lange wie es die
Marke selbst gibt. Seinen Weltruf von Langlebigkeit und Zuverlässigkeit
erwarb sich der Japaner zunächst in Afrika, Lateinamerika und in den
arabischen Ländern. Zugleich ist er der erste von Toyota in Großserie
hergestellte Wagen.

Die mittlerweile achte Generation wird in Deutschland wie bisher in zwei Versionen
angeboten, als kurzer Dreitürer und als langer Fünftürer. Für
den Antrieb sorgt der bekannte 173 PS starke 3,0-Liter-Vierzylinder-Diesel,
dagegen ist der stärkere 4,0-Liter-Sechszylinder-Benziner nicht mehr
lieferbar. Darüber hinaus gibt es eine schier unüberschaubare Vielfalt
an Landcruiser-Modellen für alle erdenklichen Einsatzbereiche. Die Preise
des ab sofort erhältlichen Allradlers beginnen bei 36.950 Euro für
den Dreitürer, das sind 1.500 Euro mehr als für den deutlich magerer
ausgestatteten Vorgänger verlangt wurden. Der Fünftürer startet
bei 39.700 Euro.
Übrigens: Der Toyota Land Cruiser ist neben dem Toyota Hilux das erste
Kraftfahrzeug, das mit jeweils starken Abänderungen u.a. am Fahrwerk
und den Rädern sowie am Motor den Nordpol erreicht hat.
Wirklich alltagstauglich ist allerdings nur der Fünftürer in der
höheren Ausstattungslinie „Executive“ (ab 58. 350 Euro) und „TEC“ (ab
65.500 Euro). Details wie die dynamische Fahrwerksregelung mit Wankstabilisierung
bei Kurvenfahrten, Rückfahrkamera, optionale Laderaumschienen zur Gepäcksicherung,
Festplattennavigation und High-End-Audioanlage oder Optionen wie eine dritte
Sitzreihe mit elektrisch umklappbaren Einzelsitzen und Drei-Zonen-Klimaanlage
machen den neuen Land Cruiser deutlich alltagstauglicher.

Dies gilt auch für das großzügige Raumangebot im Fondbereich
und im Gepäckraum. Dieser ist jetzt auch über ein nach oben öffnendes
Heckfenster zugänglich. Das ist vorteilhaft auf engen Parkplätzen,
wenn sich die nach rechts angeschlagene Hecktüre nicht öffnen lässt.
Bei der Fahrt auf der Landstraßen ist der Geländeriese jetzt etwas
flinker und bei schnellen Autobahnfahrten trotz robuster Fahrwerksauslegung
entspannter, insbesondere in der höchsten Ausstattungsvariante mit aktivem
Dämpfersystem und aktiver Niveauregulierung der luftgefederten Hinterachse.
Im Alltagsbetrieb verlangt der große Wendekreis in Kombination mit den
wuchtigen Abmessungen des Offroaders zwar viel Geschicklichkeit, dafür
zeigen optional vier Kameras im zentralen Monitor jede Bewegung des Offroaders
beim Einparken an. Ein besonders nützliche Eigenschaft bei der Bewältigung
von Hindernissen im Gelände, wo die Frontkamera über Wölbungen
schauen kann. Sachkundige Offroader dürften jedoch über die Vielzahl
an elektronischen Helferlein die Nase rümpfen, denn nun kommt jedermann
auch ohne großes Feingefühl im Gasfuß durch anspruchsvolles
Gelände. So ermöglicht das optionale geländeabhängige
Geschwindigkeitsregelsystem „Crawl Control“ durch automatisches
Abbremsen und die Steuerung der Motorleistung die Überwindung von Steilpassagen
und Gefällen, ohne dass Bremse oder Gas bedient werden müssen, und
dies sogar im Rückwärtsgang.

Eine Erweiterung der aktiven Traktionskontrolle ist das optionale sogenannte „Multi-Terrain-Select“.
Je nach vorgewähltem Modus für Fels, Geröll, Matsch oder Buckelpisten
aktiviert das System automatisch alle notwendigen Fahreinstellungen bis hin
zur Mitteldifferenzialsperre. Ausreichend Leistung erbringt der aus dem Vorgänger
bekannte Diesel, der sich jetzt mit gut zehn Prozent weniger Kraftstoff begnügt.
Souveränität vermittelt der 173 PS starke Selbstzünder allerdings
nicht, hier hat die Konkurrenz deutlich mehr zu bieten.
In Deutschland will Toyota 700 Land Cruiser im Jahr 2010 verkaufen. Eine geringe
Zahl, sollen doch in ganz Europa 16.000 der Geländekreuzer verkauft werden.

Über den Autor
| |
 |
|
Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
Redaktionsbüro PeHa
Peter Hambach
Stuttgart
Tel.: 0711 / 5 28 26 21
|
| |
|

|