Tschechischer Raum-Riese: Skoda Superb
Am 23. Januar 2010 ist er in Deutschland erstmals auch als Kombi erhältlich.
Für das Flaggschiff der Automobilmarke, das in drei Ausstattungslinien
präsentiert wird, müssen wenigstens 23.950 Euro aufgewendet werden.

Der Superb Kombi sieht geschmackvoll aus, seine Formen sind wie schon bei
der Limousine, stimmig, er bietet viel Platz und ist mit seinem Grundpreis äußerst
ansprechend. Bei einer Länge von 4,84 Metern bietet der große Bruder
des Octavia Kombi beachtliche 633 Liter Stauraum, der sich durch Umklappen
der Rücksitzlehnen auf 1.865 Liter erweitern lässt. Damit ist er
Fahrzeugen wie dem Passat Variant oder dem Insignia Sportstourer überlegen;
sogar der Audi A6 Avant muss sich da geschlagen geben. Besonders bemerkenswert
ist, dass der erstaunliche Platz im Gepäckraum nicht zu Lasten der Fond-Passagiere
geht. Bei 2,76 Metern Radstand ist auf den Rücksitzen noch fürstlich
viel Beinfreiheit.
Der Wagen glänzt mit einer in der Mittelklasse seltenen
Liebe zum Detail. So gibt es neben den Üblichkeiten wie einer Dachreling,
dem halbautomatisch funktionierenden Gepäckrollo oder dem doppelten Ladeboden
auf Wunsch auch eine ausziehbare Bodenplatte, eine elektrisch angetriebene
Heckklappe und eine Kofferraumleuchte, die sich sich herausnehmen lässt
und als kleine LED Taschenlampe genutzt werden kann.
Die Motorisierungen
orientieren sich an die Limousine. Mit der Basismotorisierung 1,4 l TSI 92
kW / 125 PS geht der Superb Kombi in der Ausstattungslinie Comfort wie bereits
erwähnt mit 23.950 Euro an den Start. Die Linie Ambition gibt es ab
27.350 Euro, gefolgt von der höchsten Ausstattung Elegance, die ab
30.650 Euro erhältlich ist. Der Einstieg bei den Diesel-Aggregaten
beginnt mit dem 2.0 TDI 103 kW / 140 PS Comfort für 26.850 Euro. (Ambition
30.250 Euro, Elegance 33.550 Euro). Für den Antrieb stehen insgesamt
drei Benzin- und zwei Diesel-Motoren mit Leistungen von 92 bis 191 kW (125
bis 260 PS) zur Auswahl. Ebenfalls von der Limousine übernimmt Skoda
die Option auf das Doppelkupplungsgetriebe sowie den Allradantrieb, der beim
Top-Modell mit V6-Benziner serienmäßig und beim Benziner mit 160
PS sowie dem stärkeren der beiden Selbstzündern optional bestellt
werden kann.

Wie schon die Limousine gefällt der Superb Kombi im Innenraum
mit sauber verarbeiteten und edel anmutenden Materialien. Hinzu kommt beim
Kombi ein über beide Sitzreihen reichendes Panoramaglasdach, das aber
leider nur den Fondpassagieren die Freuden eines himmlischen Blicks gewährt.
Neben dem eleganten Innenraummobiliar überzeugen die straff gepolsterten,
aber gut geformten Sitze, die sogar bei unbeschwerter Kurvenfahrt ausreichend
Seitenhalt bieten.
Die Fahrwerksabstimmung des Skoda-Flaggschiffs ist komfortbetont,
ermöglicht aber dennoch ausreichende Dynamik. So gibt sich das große
Auto fast so handlich wie der deutlich kleinere Octavia. Der Kombi gleitet
ruhig und geschmeidig durch die Landschaft; Wind- und Fahrgeräusche sind
erst bei hohem Tempo vernehmbar. Sogar in Kombination mit den Einstiegsmotoren
ist das Kombi-Flaggschiff der VW-Tochter in jeder Motorversion ein ausreichend
flottes Langstreckenfahrzeug. Nur bei voller Beladung und im Anhängerbetrieb
dürften es den kleinen Benzinern und Dieseln etwas an Temperament fehlen.
Der betagte 140-PS-Pumpe-Düse-Diesel fällt gegenüber dem modernen
Common-Rail-Aggregat leider etwas auf. Anders der kultivierte 3,6-Liter-V6-Benziner
mit Allradantrieb, der mit seine 260 PS keinerlei Schwächen zeigt. Es
fällt schwer, wirkliche Schwächen zu finden.

Über den Autor
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Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
Redaktionsbüro PeHa
Peter Hambach
Stuttgart
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