Tschechischer Raum-Riese: Skoda Superb

von Peter Hambach

Am 23. Januar 2010 ist er in Deutschland erstmals auch als Kombi erhältlich. Für das Flaggschiff der Automobilmarke, das in drei Ausstattungslinien präsentiert wird, müssen wenigstens 23.950 Euro aufgewendet werden.

Skoda Superb

Der Superb Kombi sieht geschmackvoll aus, seine Formen sind wie schon bei der Limousine, stimmig, er bietet viel Platz und ist mit seinem Grundpreis äußerst ansprechend. Bei einer Länge von 4,84 Metern bietet der große Bruder des Octavia Kombi beachtliche 633 Liter Stauraum, der sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 1.865 Liter erweitern lässt. Damit ist er Fahrzeugen wie dem Passat Variant oder dem Insignia Sportstourer überlegen; sogar der Audi A6 Avant muss sich da geschlagen geben. Besonders bemerkenswert ist, dass der erstaunliche Platz im Gepäckraum nicht zu Lasten der Fond-Passagiere geht. Bei 2,76 Metern Radstand ist auf den Rücksitzen noch fürstlich viel Beinfreiheit.

Der Wagen glänzt mit einer in der Mittelklasse seltenen Liebe zum Detail. So gibt es neben den Üblichkeiten wie einer Dachreling, dem halbautomatisch funktionierenden Gepäckrollo oder dem doppelten Ladeboden auf Wunsch auch eine ausziehbare Bodenplatte, eine elektrisch angetriebene Heckklappe und eine Kofferraumleuchte, die sich sich herausnehmen lässt und als kleine LED Taschenlampe genutzt werden kann.

Die Motorisierungen orientieren sich an die Limousine. Mit der Basismotorisierung 1,4 l TSI 92 kW / 125 PS geht der Superb Kombi in der Ausstattungslinie Comfort wie bereits erwähnt mit 23.950 Euro an den Start. Die Linie Ambition gibt es ab 27.350 Euro, gefolgt von der höchsten Ausstattung Elegance, die ab 30.650 Euro erhältlich ist. Der Einstieg bei den Diesel-Aggregaten beginnt mit dem 2.0 TDI 103 kW / 140 PS Comfort für 26.850 Euro. (Ambition 30.250 Euro, Elegance 33.550 Euro). Für den Antrieb stehen insgesamt drei Benzin- und zwei Diesel-Motoren mit Leistungen von 92 bis 191 kW (125 bis 260 PS) zur Auswahl. Ebenfalls von der Limousine übernimmt Skoda die Option auf das Doppelkupplungsgetriebe sowie den Allradantrieb, der beim Top-Modell mit V6-Benziner serienmäßig und beim Benziner mit 160 PS sowie dem stärkeren der beiden Selbstzündern optional bestellt werden kann.

Skoda Superb. Innenraum

Wie schon die Limousine gefällt der Superb Kombi im Innenraum mit sauber verarbeiteten und edel anmutenden Materialien. Hinzu kommt beim Kombi ein über beide Sitzreihen reichendes Panoramaglasdach, das aber leider nur den Fondpassagieren die Freuden eines himmlischen Blicks gewährt. Neben dem eleganten Innenraummobiliar überzeugen die straff gepolsterten, aber gut geformten Sitze, die sogar bei unbeschwerter Kurvenfahrt ausreichend Seitenhalt bieten.

Die Fahrwerksabstimmung des Skoda-Flaggschiffs ist komfortbetont, ermöglicht aber dennoch ausreichende Dynamik. So gibt sich das große Auto fast so handlich wie der deutlich kleinere Octavia. Der Kombi gleitet ruhig und geschmeidig durch die Landschaft; Wind- und Fahrgeräusche sind erst bei hohem Tempo vernehmbar. Sogar in Kombination mit den Einstiegsmotoren ist das Kombi-Flaggschiff der VW-Tochter in jeder Motorversion ein ausreichend flottes Langstreckenfahrzeug. Nur bei voller Beladung und im Anhängerbetrieb dürften es den kleinen Benzinern und Dieseln etwas an Temperament fehlen. Der betagte 140-PS-Pumpe-Düse-Diesel fällt gegenüber dem modernen Common-Rail-Aggregat leider etwas auf. Anders der kultivierte 3,6-Liter-V6-Benziner mit Allradantrieb, der mit seine 260 PS keinerlei Schwächen zeigt. Es fällt schwer, wirkliche Schwächen zu finden.



 
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  Peter Hambach  

Peter Hambach

Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des

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Stuttgart
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