Cayenne: Darf es noch etwas schärfer sein?

Der Porsche Cayenne geht mit einem Facelifting, neuen Design, neuen Motoren und besse­rer Fahrdynamik in die zweite Generation. Die Basisversion des Gelände Muskelprotzes wird nun von einem 290 PS Sechszylindermotor angetrieben.

Porsche Cayenne

Dessen Hubraum wurde von 3,2 auf 3,6 Liter aufgebohrt, ebenso wie der Basispreis auf 51.735,- Euro. Gegenüber dem bisherigen V6-Modell sind dies 40 PS (29 kW) mehr. Der Cayenne S, geht mit einem Grundpreis von 66.610,- Euro und einem auf 4,8 Liter Hubraum vergrößerten V8 mit 385 PS (und damit 45 PS mehr) ins Rennen. Noch deutlicher fallen das Leistungsplus und der Basispreis von 108.617,- Euro beim Cayenne Turbo mit V8 und Biturbo-Aufladung auf. Der König der Baureihe schickt im Vergleich zum Vorgänger 50 PS mehr an die Kurbelwelle und leistet nun exakt 500 PS.

Erstmals sind alle drei mit Benzin-Direkteinspritzung ausgerüstet, wodurch nicht nur deutlich mehr Leistung, sondern auch weniger Verbrauch erzielt wird. Durch die Einführung der Direkteinspritzung (DFI) konnte der Kraftstoffverbrauch einzelner Modelle um über acht Prozent reduziert werden. Im realen Fahrbetrieb sind Einsparungen von bis zu 15 Prozent möglich.

Die flachen, weit nach außen gerückten Scheinwerfer hinter Klarglasabdeckungen prägen das Gesicht. Die neuen Formen sind mit einer Verbesserung der Aerodynamik verbunden. Für alle Cayenne-Modelle sind nun auch 19 Zoll-All-Season-Reifen erhältlich. Eine noch sportlichere Optik sowie gesteigerte Performance bieten die neuen, jetzt 21 Zoll großen Räder mit attraktiver Zehnspeichen- (Sport-Rad) oder Mehrspeichen-Optik (Sport Plus-Rad). Sie bringen nicht mehr Gewicht auf die Waage als die ebenfalls verfügbaren 20 Zoll-Räder.

Der Sechszylinder spurtet in 8,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit klettert auf 227 Kilometer pro Stunde – bisher 9,1 Sekunden und 214 km/h. Als V8 erreicht der Cayenne S ein Drehmoment von 500 Newtonmeter, die Beschleunigungszeit der Schaltgetriebe-Version verringerte sich um zwei Zehntelsekunden auf 6,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt jetzt bei 252 km/h. Dank der Beatmung durch zwei Abgasturbolader erreicht der V8 im Cayenne Turbo 500 PS Leistung sowie 700 Newtonmeter Drehmoment, so dass das Topmodell den Standardsprint auf Tempo 100 in 5,1 Sekunden absolviert.

Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 275 Kilometer pro Stunde. Der Cayenne mit Schaltgetriebe benötigt für eine Strecke von 100 Kilometern durchschnittlich 12,9 Liter und damit stolze 0,3 Liter weniger als sein Vorgänger. Mit dem Automatikgetriebe Tiptronic S sinkt der Verbrauch um 0,6 Liter. Der Cayenne S mit Schaltgetriebe liegt mit 14,9 Liter gesamt 0,9 Liter unter dem bisherigen Achtzylinder-Modell. Mit Tiptronic S beträgt die Einsparung sogar 1,2 Liter (Gesamtverbrauch 13,7 Liter). Beim Turbo, der serienmäßig mit Automatikgetriebe ausgerüstet ist, konnte der Kraftstoffdurst von 15,7 Liter auf 14,9 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden, was einer Einsparung von sagenhaften 0,8 Liter entspricht.

Die neuen Cayenne-Modelle geben dem Fahrer die Möglichkeit, über die neue serienmäßige Sporttaste zwischen einer Standardabstimmung und einem Sportmodus zu wählen. Bei letzterem reagiert der Motor spontaner.

Die im Cayenne serienmäßige Fahrstabilitätsregelung Porsche Stability Management (PSM) steht mit PTM in ständiger Verbindung, greift aber erst im physikalischen Grenzbereich ein. Das Antiblockiersystem erkennt, wenn das Fahrzeug auf losem Untergrund verzögert wird, und erhöht in diesem Fall periodisch den Schlupf während der Bremszyklen. Dadurch kann sich beispielsweise auf Schnee, Sand oder feinem Kies ein Keil vor den Rädern aufbauen, der auf losem Untergrund eine zusätzliche Bremswirkung bietet. Eine Verbesserung der Bremsfunktion wird durch den neuen Bremsassistenten und die Vorbefüllung der Bremsanlage erreicht. Der Bremsassistent stellt beim Erkennen einer Notbremsung über das Hydraulikaggregat des PSM den zur maximalen Verzögerung erforderlichen Bremsdruck her. Bei der Funktion "Vorbefüllung der Bremsanlage" wird bereits bei abrupter Gaswegnahme ein Druck im System aufgebaut, der bei einer Bremsung den Anhalteweg verkürzen hilft. Die weiter verbesserte Gespannstabilisierung erkennt Pendelbewegungen des Anhängers und greift durch gezielte, individuelle Radbremseneingriffe am Fahrzeug stabilisierend ein.

Für eine weitere Erhöhung der aktiven Sicherheit sorgen die im Cayenne Turbo serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfer; sie werden durch statisches und erstmals auch dynamisches Kurvenlicht ergänzt. Ab einer Geschwindigkeit von drei Stundenkilometern ist das dynamische Kurvenlicht aktiv und sorgt für bessere Ausleuchtung auf kurvigen Straßen.

Der sportliche Geländewagen lässt sich in der zweiten Generation noch individueller gestalten. So ermöglicht die auf Wunsch erhältliche automatische Heckklappe ein bequemes Öffnen und Schließen per Tastendruck. Dank des optional bestellbaren neuen Laderaummanage­ments, zu dem unter anderem ein in den Kofferraumboden integriertes Schienensystem sowie ein Gepäckraum-Trennnetz gehören, können Gepäckstücke noch sicherer im Kofferraum des Cayenne verstaut werden. Neu ist die auf Wunsch erhältliche attraktive Lederausstattung mit Naturleder in schwarz/kastanienbraun.



 
  Über den Autor

 
  Peter Hambach  

Peter Hambach

Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des

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