Opel will mehr: Das Meriva Maximum
Mehr Design, mehr Extravaganz, mehr Nutzwert, mehr Fahrspaß. Mit der
ersten Generation des Meriva wurde ein neues Segment ersonnen: das der Minivans.
Es war ein Erfolg, die Idee verkaufte sich über eine Million
Mal und wird nun am 12. Juni in die zweite Generation gehen. Die Erwartungen
von Opel sind groß. Auch der Kunde erwartet mehr. Eine schwere Aufgabe!

Die auffälligste Innovation sind seine unabhängig voneinander zu
betätigenden gegenläufig öffnenden "FlexDoors"-Türen.
Lange Zeit waren sie bei Limousinen üblich, weil der größere Öffnungswinkel
einen einfacheren Einstieg erlaubt. 1961 wurde die "Selbstmördertüren"-Konstruktion
allerdings als zu gefährlich erachtet und verboten. Wurde eine Tür
während der Fahrt versehentlich geöffnet, riss es sie schlagartig
nach hinten. Die Passagiere konnten im schlimmsten Fall aus dem Auto fallen.
Undenkbar im Meriva, der ab 4 km/h die Türen verriegelt.
Die Neueinführung
verdankt der Meriva allerdings der Konkurrenz aus Bayern. Durch den Rolls-Royce
Phantom erfolgte 2006 die Wiederzulassung. Der praktische Vorteil der FlexDoors:
Die hintere Tür schwenkt extrem weit auf und ermöglicht so einen
ganz entspannten Ein- und Ausstieg.
An der hohen Flexibilität im Innenraum
hat sich nichts geändert. Der Kofferraum ist gewachsen, fasst nun 400
bis 1500 Liter. Die Rückbank ist dreigeteilt umklappbar und ermöglicht
so einen flachen Ladeboden. Die äußeren Fondsitzplätze lassen
sich in der Länge verschieben und rücken, wenn ganz hinten arretiert,
leicht nach innen. Das schafft zusätzlichen Platz um die Schultern. Aber
daran mangelt es ohnehin nicht. Acht Zentimeter ist der neue Meriva innen
breiter geworden. Die Beinfreiheit hat um 1,5 Zentimeter zugelegt. Insgesamt
herrschen für einen Minivan ausgesprochen üppige Platzverhältnisse.
Vorne wirkt der Meriva geräumiger, das neue Armaturenbrett ist flacher
und ein Stück nach unten gerückt. Die Übersichtlichkeit nach
vorne hat dank zierlicherer A-Säulen gewonnen.
Schlechter als beim Vorgänger
ist die Bedienungsfreundlichkeit. Die an Astra und Insignia angelehnte Mittelkonsole
ist überladen, die kleinen Tasten sind während der Fahrt kaum voneinander
zu unterscheiden und schlecht erfühlbar. Besonderes Lob gebührt
dagegen den sehr bequemen Vordersitzen mit langer Schenkelauflage (optionale
Ergonomiesitze sind für etwa 500 Euro erhältlich). Ein erfindungsreiches
Detail ist die FlexRail Schienenkonstruktion, die sich vom unteren Ende der
Mittelkonsole bis zu Beinbereich der Fondpassagiere streckt. Deren Boden besteht
aus Ablagemulden und Getränkehaltern.
An den Schienen lässt sich unter anderem eine verschiebbare Staubox befestigen.
Die kann dann genau da platziert werden, wo es die Passagiere wünschen.

Im
Gegensatz zum alten Meriva, der auf der Corsa-Plattform aufbaute, nutzt die
zweite Generation Komponenten von Astra und Zafira. Der Radstand legte um
1,5 Zentimeter, die Spur um 3,9 Zentimeter vorne und 4,5 Zentimeter hinten
zu. Auch die Umstellung auf eine elektrohydraulische anstelle der elektrischen
Lenkung ergibt ein völlig neues Fahrgefühl. Der Meriva wirkt stets
souverän, spurt unaufgeregt und bemerkenswert leise geradeaus, lenkt
satt und sauber ein. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist sehr gut gelungen:
straff genug für flottere Kurvenfahrten und dabei stets komfortabel.
Selbst kurze Stöße steckt der Meriva erstaunlich gewandt weg.
Zum
Marktstart wird der Meriva in fünf Motorisierungen angeboten. Die drei
neuen Benziner haben rund 15 Prozent mehr Leistung und sollen laut Opel etwa
zehn Prozent weniger verbrauchen als die alten Aggregate. Basis ist ein 1,4-Liter-Vierzylinder
mit 100 PS, ohne Aufladung. Die 1,4 Liter Turbomotoren haben 120 beziehungsweise
140 PS. Als Sparvariante ist der 1,3-Liter-CDTi im Programm. 75 PS ermöglichen
zwar nur eine mäßige Beschleunigung (16,9 Sekunden bis Tempo 100),
dafür aber gute Verbrauchswerte (4,9 Liter/100 km). Leider gibt es noch
für keine Variante ein Start-Stopp-System. Die Technik, die im Stadtverkehr
bei jedem Ampelstopp Sprit spart, wird erst 2011 eingeführt. Etwas früher
kommen die besonders CO2-armen CNG-Versionen auf den Markt.

Der neue Meriva
startet bei 15.900 Euro für den 100-PS-Benziner und damit 800 Euro
mehr als zuletzt für den Vorgänger mit 90 PS. Die empfehlenswerte
120-PS-Benzin Version ist ab 17.270 Euro erhältlich, der 140-PS-Turbo
ab 20.150 Euro. Für den kleinen Diesel verlangt Opel 17.350 Euro,
der 1,7er mit Automatik startet bei 19.400 Euro. Im Vergleich zum Wettbewerb
ist der Opel günstig, die großen Konkurrenten Ford und VW haben
kein vergleichbares Fahrzeug im Programm. Die Basisausstattung Selection umfasst
eine komplette Sicherheitsausstattung, spart aber am Komfort. Die empfehlenswerte
Linie Edition kostet 2.050 Euro Aufpreis, rentiert sich aber, da hier unter
anderem Klimaanlage, Radio und die FlexRide-Mittelkonsole inklusive sind.
Die Top-Ausstattung Innovation (weitere 1600 Euro) packt dann zusätzliche
Features wie Einparkhilfe, Kurvenlicht, Sitzheizung, Nebelscheinwerfer und
Designräder ins Paket. Das Sonderausstattungsangebot ist darüber
hinaus umfangreich. Wie versprochen bietet die zweite Generation des
Minivans noch mehr Nutzwert, Platz und praktische Details.

Über den Autor
| |
 |
|
Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
Redaktionsbüro PeHa
Peter Hambach
Stuttgart
Tel.: 0711 / 5 28 26 21
|
| |
|

|