Großer Geländegänger für die Straße:
Hyundai Santa Fe 2,2 CRDI
Der Santa Fe begründete einst den erfolgreichen Einstieg von Hyundai in die SUV-Liga. Doch kann der neue auch halten, was sein Aussehen verspricht? Beeindruckend ist er, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, es gibt misslungenere Exemplare der Gattung SUV. Ihn zu fahren, ist nicht immer ein Vergnügen. Im Vergleich zum Putten-Engel gleichen Vorgängermodell ist der neue Santa Fe nicht wiederzuerkennen und präsentiert sich deutlich sehniger.

Die breiten, leicht verärgert dreinschauenden Scheinwerfer wirken rassig und elegant; wie der Rest der Front ist das Design von vorn sehr gelungen. Von der Seite aus betrachtet gibt es auch nichts zu kritisieren. Mit einer schwungvollen Linie wie bei einem sportlichen Kombi wirkt er nicht so martialisch wie manch ein klassischer Offroader. In der Heckansicht ist das Bild stimmig, bis auf den rechts vom Kennzeichen angebrachten Heckklappengriff. Zumal es einen zunächst vermuten lässt, die Heckklappe ginge seitlich auf, was sich jedoch als ein nach oben zu öffnender Irrtum erweist. Die Ladekante ist allerdings hoch, und die zum Heck hin ansteigende Karosserie zeigt sich beim Einparken, ohne akkustische Einparkhilfe, etwas gewöhnungsbedürftig.
Das Fahrgefühl ist unvergleichlich herrschaftlich, es ist einfach eine Wonne, einen Kopf höher als die meisten Verkehrsteilnehmer durch das tägliche Chaos zu gleiten. Sein europäisches Aussehen verbirgt geschickt sein Mehr an Volumen. In der Länge wuchs der Koreaner um 17,5 Zentimeter auf 4,675 Meter, in der Breite legte er um 4,5 Zentimeter auf 1,89 Meter zu und in der Höhe um fünf Zentimeter auf 1,68 Meter. Der um acht Zentimeter auf 2,70 Meter gewachsene Radstand schafft Platz für die Fondpassagiere und eine versenkbare dritte Sitzreihe. Ab 34.390 Euro steht er in der Schaufenstern der Händlern. Klingt viel, doch wie teuer ist ein Mercedes M-Klasse oder ein BMW X5. Sogar ein X3 ist teurer, obwohl deutlich kleiner.
Ab sofort grollt ein neu entwickeltes CRDi-Triebwerk mit einem 2,2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit 110kW/155 PS und 335 Nm Drehmoment unter der Haube, das sorgt bei dem 1,7 Tonnen schweren Koreaner für achtbare Fahrleistungen. 175 km/h Spitze liegen denn auch im Klassendurchschnitt.
Der Wandler der neuen Fünfstufenautomatik des Selbstzünders schaltet zwar weich, aber träge, was durchaus gewöhnungsbedürftig ist, je nach Verkehrssituation sogar bedenklich. Wer es schneller vorantreiben möchte, kann die Gänge manuell über eine zweite Schaltgasse anwählen, jedenfalls in dem Rahmen, den die Bord-Elektronik zulässt und für angemessen hält. 14 stressfreie Sekunden vergehen dann auch, ehe der 2,2 Liter Motor vom Stand auf Tempo hundert beschleunigt hat. So bleiben von den 155 PS — vom Gefühl her — nur 115 übrig.
Bei normaler Fahrt liegt die Kraft komplett auf den Vorderrädern. Bei Bedarf können per Knopfdruck bis zu 50 Prozent der Leistung auf die Hinterräder geleitet werden. Der Allradantrieb schaltet sich mit einer elektromagnetischen Mehrscheibenkupplung schlupfabhängig zu. Bodenwellen schluckt die Federung des neuen Hyundai Santa gut weg. Auf Schotter sorgt das beim Santa Fe serienmäßige ESP für Stabilität in schnellen Kurven - zumindest bis das Fahrzeuggewicht einem einen Strich durch die Rechnung macht.
Was der CRDi in Sachen Kultiviertheit vermissen lässt, holt er durch einen günstigen Verbrauch wieder heraus: 8,5 Liter Diesel Durchschnittsverbrauch bei der Automatik Version können sich für einen Allradler mit diesen Dimensionen durchaus sehen lassen.
Damit nicht genug: Gegen Aufpreis wird aus dem koreanischen SUV sogar ein Siebensitzer. Von der größeren Ausdehnungen profitieren besonders die Fondpassagiere. Kopf- und Kniefreiheit sind erheblich, erst ab 1,90 Meter Körpergröße könnte es im hinteren Passagierabteil des Santa Fe etwas eng werden. Die Rückbank ist im Verhältnis 60:40 umklappbar. Wer mehr Passagiere befördern möchte, kann für 1.490 Euro Aufpreis das 7-Sitzer-Paket ordern. Es besteht aus zwei zusätzlichen Sitzen vor der Kofferraumklappe, die sich mit einem Handgriff aufrichten oder im Boden versenken lassen. Funktioniert tadellos. Der Einstieg über die umgeklappte Fondbank ist jedoch mühsam. Und in der dritten Reihe sitzt man auch dritter Klasse, so dass hier nur Kleinkinder vernünftig sitzen dürften. Dazu bietet das Paket eine separate Klimaanlage für die dritte Sitzreihe und einen automatischen Niveauausgleich. Ohne dritte Sitzreihe und bei umgelegter Rückbank steigt das Kofferraumvolumen auf 1.582 Liter.

Das Cockpit mit Mittelkonsole und Schaltkulisse in Alu-Optik hinterlässt einen höherwertigeren Eindruck als beim Vorgänger. Viele Ablagefächer, Kartenleselampen sowie Dosen- und Flaschenhalter in den hinteren Türen liefern Pluspunkte in Sachen Alltagstauglichkeit. Der Mix aus verschienen Kunststoffen ist stimmig, auch wenn hier kein echtes Holz zum Einsatz kommt wie bei der deutschen Konkurrenz. Leder gibt es in Verbindung mit dem so genannten Komfort-Paket für 2.590 Euro für die Allradvariante, beim Fronttriebler kostet es 2.990 Euro.
Zur Ausstattung gehören unter anderem ABS, ESP, Front-, Seiten und Vorhangairbags, eine Klimaanlage, beheizte Außenspiegel, eine elektrisch verstellbare Pedalerie, Licht- und Regensensoren sowie eine beheizbare Frontscheibe.
Der Diesel erfüllt die Euro 4-Norm, ab Herbst ist auch ein Rußpartikelfilter lieferbar, der zwar die Schadstoffeinstufung nicht verbessert, aber das Pflichtgefühl gegenüber der Umwelt erleichtert. Für Ungeduldige gibt es einen Gutschein für die spätere Nachrüstung.
Steckbrief

| Bezeichnung |
Hyundai Santa Fe
2.2 CRDi 4WD Automatik |
| Modelljahr |
2006/2007 |
Motor/Antrieb |
| Motor-Bauart |
Diesel-4-Zylinder-Reihenmotor, Common-Rail-Direkteinspritzung, Turbolader, Ladeluftkühler |
| Hubraum |
2.188 ccm |
| Leistung |
110 kW (150 PS) / 4.000 U/min |
| Drehmoment |
335 Nm / 1.800 - 2.500 U/min |
| Antrieb |
automatischer Allradantrieb mit elektromagnetisch angesteuerter Lamellenkupplung |
| Getriebe |
5-Gang-Automatikgetriebe ohne Geländeuntersetzung |
| Fahrwerk vorne |
Einzelradaufhängung an Mc-Pherson-Federbeinen, Stabilisator |
| Fahrwerk hinten |
Mehrlenkerachse, Schraubenfedern, Stabilisator |
| Reifen/Felgen |
235/65 R 17 auf 7x17 Zoll Leichtmetall |
Abmessungen/ Gewichte |
| Karosserie |
selbsttragende Stahl-Karosserie;
4 Türen, oben angeschlagene Heckklappe, 5-7 Sitzplätze |
| Länge/Breite/Höhe |
4.675 / 1.890 / 1.795 mm |
| Radstand |
2.700 mm |
| Wendekreis |
10,9 m |
| Bodenfreiheit min. |
200 mm |
| Böschungswinkel v/h |
26° / 23° |
| Rampenwinkel |
18° |
| Laderaumvolumen |
528 bis 1.582 Liter |
| Leergewicht |
1.968 bis 2.069 kg (ausstattungsabhängig) |
| Max. Zuladung |
481 bis 582 kg (ausstattungsabhängig) |
| Zulässige Anhängelast gebremst |
2.000 kg |
| Stütz-/Dachlast |
80 kg / 100 kg |
Verbrauch |
|
| Kraftstoffsorte |
Diesel |
| innerorts |
11,0 l/100 km |
| außerorts |
6,4 l/100 km |
| gesamt |
8,1 l/100 km |
| Tankinhalt |
75 Liter |
| Reichweite |
926 km |
Messwerte |
|
| Höchstgeschwindigkeit |
175 km/h |
Beschleunigung
0 - 100 km/h |
13,9 s |
| Elastizität 60 - 100 km/h |
8,5 s (Kickdown) |
| Elastizität 80 - 100 km/h |
11,2 s (Kickdown) |
Innengeräusch
bei 100 km/h |
64 dB(A) |
Innengeräusch
bei 120 km/h |
67 dB(A) |
| Testverbrauch |
9,5 l/100 km (Diesel) |
Unterhaltskosten |
|
| Schadstoffklasse |
Euro 3 (ab Herbst 2006 Euro 4) |
| Versicherungseinstufung |
20 HP / 20 TK / 22 VK |
| Service-Intervalle |
15.000 / 30.000 km |
| Garantie |
3 Jahre |
| Grundpreis |
31.990 Euro |
Ausstattung |
| serienmäßig |
ABS, ESP, Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenairbags vorne, Vorhangairbags vorne und hinten, Alarmanlage, Bordcomputer, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber (4-fach), elektrische Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrersitz mit Lordosenstütze, Zentralverriegelung, Radio-Vorbereitung, Nebelscheinwerfer, getönte Scheiben |
Wichtige Extras
(Preise in Euro): |
- Automatikgetriebe 1.590,-
- 7-Sitzer-Paket
(3. Sitzreihe, Niveauregulierung an der Hinterachse) 1.490,-
- Comfort-Paket
(Leder, el. verstellbare und beheizte Vordersitze, Tempomat) 2.590,-
- elektrisches Schiebedach 800,-
- Metallic-Lackierung 510,-
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Über den Autor
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Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
Redaktionsbüro PeHa
Peter Hambach
Stuttgart
Tel.: 0711 / 5 28 26 21
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