Hyundai i30: Das Duell hat begonnen
Hyundai Deutschland wünschte sich schon seit Jahren einen echten Konkurrenten in der Golf-Klasse. Diesem Wunsch kam das Mutterhaus in Korea nach, und heraus kam der i30. Der deutschen Klientel wurde zusammen mit der Produktionskooperation Kia Cee´d eine echte Vergleichsmöglichkeit zum VW Golf an die Hand gegeben.

Um in Europa wirklich erfolgreich sein zu können, braucht man ein Angebot im C-Segment, allgemein als Golf-Klasse bekannt. Wie der Kia Cee´d wurde auch der i30 im Hyundai-Designzentrum Rüsselsheim entwickelt. Der i30 und der C´eed basieren beide auf der gleichen Plattform, haben eine ähnliche Karosserie, sehen aber doch unterschiedlich aus; sie haben jedoch einen Kofferraum mit identischem Volumen. Die 340 Liter sind etwas weniger, als einige Mitbewerber bieten (Golf: 350 Liter, Opel Astra 380 Liter, Ford Focus 385 Liter).
Die Ladekante ist angenehm niedrig. Typisch ist die 60:40 geteilte Rücksitzbank. Die Platzverhältnisse im Innenraum sind Klassendurchschnitt. Entscheidender dürfte für viele Käufer die Qualitätsteigerung des Koreaners sein (er wird ab 2009 auch in Tschechien produziert). Und da zeigt der Hyundai wirklich gut gemachte Hausaufgaben, an denen sich manch teurerer Wettbewerber ein Beispiel nehmen könnte. Der i30 fährt an der Spitze mit. Lenkpräzision, Straßenlage, Fahrkomfort, Laufkultur der Motoren sowie Ausstattungsumfang und Qualitätsgefühl sind auf dem hohen Niveau angekommen, das die europäische Kompaktklasse auszeichnet.

Hyundai bietet den i30 in Deutschland mit drei Benzinern (109, 122, 143 PS) und zwei Dieseln (115, 140) PS an. Der getestete Diesel i30 1.6 CRDi mit 116 PS/85 kW fuhr nicht nur souverän und verbrauchte vergleichsweise wenig (im Schnitt 6,3 Liter je 100 Kilometer), er ist auch Grundpreis mit 17.440 Euro vergleichsweise günstig. Die mittlere Ausstattung "Comfort" mit einigen Bequemlichkeiten steht mit 19.540 Euro in der Liste. Attribute, die zu den Stärken des serienmäßig gefilterten Common-Rail-Aggregates gehören.
Das klingt zunächst gar nicht so sehr preiswert, doch zur Serienausstattung aller Modelle gehören sechs Airbags sowie aktive Kopfstützen für die beiden vorderen Passagiere, Antischleuderelektronik ESP inklusive Traktionshilfe, Klimaanlage und elektrische Fensterheber vorne. Immerhin ein Preisvorteil von rund 2.730 Euro gegenüber dem Bestseller VW Golf 1.9 TDI.
Hyundai spielt im Grunde den Gegenpart zum Volkswagen, während Kia eher auf Seat abzielt. Entsprechend sollen die Autos der Stammarke Hyundai mit ausgewogener Fahrwerksabstimmung überzeugen. Tatsächlich ist der i30 auch beim Fahrverhalten so etwas wie ein koreanischer Golf. Seine komplett andere Abstimmung macht ihn deutlich komfortabler als den Kia Cee´d. Auffällig ist die weitgehende Abwesenheit von Fahrwerks- und Reifengeräuschen. Die meisten Unebenheiten fängt der i30 geschmeidig und ohne akustische Belästigung seiner Insassen auf. Er sträubt sich andererseits aber auch nicht gegen eine verschärftere Gangart. In Summe sind die ausgewogenen Fahreigenschaften aber äußerst praxisgerecht und passen zum guten Gesamtbild des i30.

Von Hyundai erwartet der Käufer üblicherweise niedrigere Preise. Diese Erwartungen erfüllt der Koreaner auf besonders Weise. Er ist mehrere tausend Euro günstiger als wichtige Wettbewerber. So ist die 109 PS starke Einstiegsvariante ab 15.140 Euro zu haben (offizieller Listenpreis) – und zwar sehr gut ausgestattet: Serienmäßig sind neben Zentralverriegelung sowie elektrisch betätigten Fensterhebern und Spiegeln typische Komfortfeatures wie Klimaanlage und Soundsystem mit MP3-Abspieloption (plus USB-Buchse für mobile Datenträger). Vergleichbare Wettbewerber wie Opel Astra, Ford Focus und VW Golf können da nicht mithalten. Hyundai freut sich zu recht über sein neues Auto, dass dem VW Golf Konkurrenz machen soll. Dem Konzern ist ein koreanischer Golf gelungen. Ähnlich ausgewogen dank bequemem Fahrwerk und sehr ordentlicher Verarbeitung, aber um so viel günstiger als Golf, Astra oder Focus, so dass unvoreingenommene Interessenten eines neuen Kompakten kaum am i30 vorbeikommen. Zumal auch die passive Sicherheit stimmt: Sechs Airbags sind Serie, im Euro-NCAP soll der Koreaner das Maximum von fünf Sternen erreichen. Mit dem quirligen 1,4-Liter-Basismotor oder dem 115-PS-Diesel dürften Käufer am besten bedient sein.

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Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
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