Hyundai i20, der koreanische Golf
Nur günstig war gestern, die koreanische Marke Hyundai erkämpft sich inzwischen auch durch die Qualität ihrer Autos Marktanteile. Der Getz wird nun durch den i20 ersetzt. Er will mit den Kompakten von Volkswagen & Co. um Marktanteile kämpfen.

Mit dem i30 und dem i10 war der Anfang gemacht. Nun folgt als wichtigstes europäisches Modell der i20. Kein Wunder also, dass sich Hyundai mit diesem Modell außerordentlich viel Mühe gegeben hat. Das Design wirkt nicht mehr so beliebig und austauschbar. Die Motorhaube ist stark profiliert, der Kühler trägt ein freundliches Lächeln, die Scheinwerfer sind groß und am glatten Heck gibt es Rückleuchten, die weit in die Kotflügel reichen.
Besonders auffällig ist die Flanke des Wagens, an der gleich zwei markante, gegenläufige Sicken die das Auto scheinbar in die Länge ziehen. In der Tat ist der i20 gegenüber dem Getz gewachsen, Radstand und Breite wurden jeweils um rund fünf Zentimeter. die Länge sogar um elf Zentimeter gedehnt. Obwohl der i20 mit 3,94 Metern immer noch einen Tick kürzer ist als Konkurrenten wie Renault Clio oder VW Polo, bietet er innen für Knie, Schultern und Koffer mehr Platz als das Vorgängermodell.

Bei einem Achsabstand von 2,53 Metern sitzt man vorn recht bequem. Der Laderaum fasst mindestens 295 Liter. In der gehobenen Variante oder gegen Aufpreis gibt es einige Extras, die man in einem Kleinwagen nicht erwarten würde. So beispielsweise die ausklappbare Armlehne, den höhenverstellbaren Fahrersitz, das gekühlte Handschuhfach, den fast schon obligatorischen Anschluss für den MP3-Player, den Bordcomputer oder die Außenspiegel, die sich auf Knopfdruck anklappen lassen.
Eingeführt wird der i20 in Deutschland mit einem neuen Benzinmotor, der aus 1,2 Litern Hubraum 78 PS und 119 Nm mobilisiert, den Wagen auf 165 km/h beschleunigt, und im Mittel 5,2 Liter Superbenzin verbraucht. Etwas schneller sind die bekannten, aber optimierten 1,4- und 1,6-Liter-Motoren mit 101 und 126 PS. Sie ermöglichen 180 und 190 km/h und verbrauchen 6,0 und 6,1 Liter. Genügsamer fährt es sich mit dem 1,6-Liter-Diesel mit 116 PS. Der Motor schafft 190 km/h und braucht für den Spurt von 0 auf 100 km/h annehmbare 10,7 Sekunden bei einem ermittelten Verbrauch von 4,4 Litern.
Weil Hyundai den Motor nur in der höchsten Ausstattungs-Variante anbietet, werden für den i20 Diesel mit fünf Türen mindestens 17.900 Euro verlangt. Immerhin muss man bis zum Debüt des rund 750 Euro günstigeren Dreitürers Ende Frühjahr 2009 für die Basisversion 12.000 Euro zahlen. Allerdings sind dann gleich sechs Airbags serienmäßig an Bord. Aktive Kopfstützen sowie das ESP gehören ebenfalls zum Standard. Später im Jahr gibt es eine weitere Dieselversion mit 90 PS, die auf einen Verbrauch von 3,75 Litern und einen CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer kommen soll. Diesen Wert schafft ein Polo Blue Motion zwar auch; doch während der im Stand weiterdieselt, gibt es bei Hyundai eine Start-Stopp-Automatik.
Der i20 ist ein Kind der Globalisierung. Das Design und die technische Grundabstimmung wurden in Deutschland entwickelt; gebaut wird der Neuling in einem Werk in Indien. Bisher jedenfalls. Doch weil die weltweite Nachfrage nach kleinen Autos wie i10 und i20 so groß ist, sucht Hyundai weitere Produktionskapazitäten. Angeblich soll bald ein Werk in der Türkei entstehen.

Über den Autor
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Peter Hambach
Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des
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