Honda Insight:
Der Hybrid zum Discounter-Preis

von Peter Hambach

Die zweite Generation des Honda Insight ist seit April 2009 auf deutschen Straßen zu sehen. Das Auto soll die umweltfreundliche Hybridtechnik einfacher und preiswerter machen. Noch gewitzter als der Benzin-Elektro-Antrieb ist jedoch das serienmäßig im Cockpit installierte, Fahrer erziehende, Tamagochi.

Honda Insight: Armaturen

Das elektronische Gadget nörgelt beim Verschwenden und jubelt beim Spritsparen. Wie in den Zeiten des Tamagochi wechselt je nach Fahrstil die Farbe der Instrumentenbeleuchtung von grün für good, nach blau wie bad. Mit jedem sparsam zurückgelegten Kilometer wachsen Blümchen auf dem Öko-Bordmonitor. Der Erfolg der Bemühungen lässt sich auch auf Dauer an der anwachsenden Menge ablesen. Wer vernünftig fährt, der sieht irgendwann den Siegerpokal des Eco-Champions. Dem Vollgas-Fahrer blüht nichts, im Gegenteil jetzt vertrocknet das Blümchen.

Honda Insight

Die Öko-Optik seines zweisitzigen Vorgängers hat der neue Honda Insight abgestreift. Äußerlich betrachtet ist er zwar etwas ausdruckslos, doch inhaltlich ist er ein familienfreundlicher Kompakter mit Heckklappe, vier Türen, fünf Sitzplätzen, getrennt umklappbaren Rücksitzlehnen und ein ausreichend großem Kofferraum (358 bis 1.017 Liter Volumen).

Der erste Eindruck überzeugt nicht gerade sofort. Das Blümchenzüchten im Display reicht für ein behagliches Gefühl nicht aus. Dem günstigen Kaufpreis haben die Japaner nicht nur Hybrid-Vorzüge wie das rein elektrische Anfahren geopfert, auch an anderen Stellen wird der Sparzwang spürbar. Parksensoren gibt es beim Insight nur in der Topausstattung. Benötigt werden sie allerdings konstruktionsbedingt, bereits in der Grundausstattung, denn der Blick zurück wird von der geteilten Glasklappe stark beeinträchtigt. Und die Kofferraumabdeckung oder die Ablagefächer im Armaturenbrett wirken billig.

An der Sicherheit knausert der Insight jedoch nicht. Ab Werk gibt es sechs Airbags, ESP, Klimaautomatik und zahlreiche elektrische Helfer. Außerdem bietet der Viertürer bei einem Radstand von 2,55 Metern viel Platz. Weil die Batterie nun unter den Wagenboden passt, fasst der Kofferraum jetzt 408 Liter, und lässt sich durch die geteilt umklappbare Rücksitzlehne erweitern.

Honda Insight

Die 4,37 Meter lange Fließhecklimousine wird von einer Kombination aus 88 PS starkem Verbrennungs- und 14 PS starkem Elektromotor angetrieben. Dabei handelt es sich um eine kostengünstigere Version des Antriebs, der bereits im Honda Civic Hybrid zum Einsatz kommt. Rein elektrisches Fahren wie im Toyota Prius funktioniert übrigens nicht beim Insight. Der Super-Benziner läuft immer mindestens auf Standdgas mit, schaltet sich nur bei roten Ampeln ab (Start-Stopp-Funktion). Der Starter-Generator (Elektromotor) lässt den Vierzylinder wieder an, sobald der Fahrer den Fuß von der Bremse nimmt, was man an einer deutlichen Vibration spürt. Im Teillastbereich arbeitet der Benziner unauffällig und leise; wer jedoch überholen muß, weckt den Verbrennungs-Schreihals. Das stufenlose CVT-Getriebe versucht, den Motor im optimalen Leistungsbereich zu halten, was bei Vollgas lärmende Drehzahlen von rund 6.000/min bedeutet. Auf das Hybridsytem gibt Honda eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 km. Ab 19.550 Euro steht der Insight bei den Händlern. In der besser ausgestatteten Comfort-Version kostet er 20.550 Euro und in der Top-Variante Elegance, die nur noch wenig Serien-Wünsche offen lässt, 22.200 Euro.



 
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  Peter Hambach  

Peter Hambach

Versicherungsfachwirt und Motorjournalist.
Seit mehr als einer Dekade bei allen Autoherstellern akkreditiert, Inhaber und eigenverantwortlicher Leiter des

Redaktionsbüro PeHa
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Stuttgart
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